Die Befruchtung - so funktioniert sie

Schwanger ist eine Frau medizinisch betrachtet ab dem Zeitpunkt der Einnistung einer befruchteten Eizelle. Die Befruchtung selbst passiert kurz vorher - unter den richtigen Voraussetzungen. Jedes Paar hat es selbst in der Hand, eine gewollte Schwangerschaft wahrscheinlicher zu machen und die Chancen darauf zu steigern, bald eine eigene kleine Familie zu gründen. Maßnahmen wie die künstliche Befruchtung müssen gar nicht sofort ergriffen werden, oft funktioniert es ohne solche Maßnahmen. Doch wie funktioniert dieser biologische Prozess beim Menschen und was können beide Partner tun, um die Schwangerschaft wahrscheinlicher zu machen?


Wann kann eine Frau überhaupt befruchtet werden?


Männer sind ihr Leben lang ab dem ersten Samenerguss dazu in der Lage, Kinder zu zeugen. Natürlich wird es mit zunehmendem Alter immer unwahrscheinlicher, dass sie noch ein Kind bekommen, was mitunter an der Qualität ihrer Spermien liegt. Bei Frauen hingegen ist das ausgeschlossen. Sie sind ab dem Zeitpunkt der ersten Regelblutung fruchtbar, streng genommen sogar einige Tage vorher - denn der Eisprung findet ja vor der Menstruation statt.

Sie wissen also noch gar nicht, dass es jetzt so weit ist, bis die ersten Blutflecken in der Unterhose auftauchen. Die Frau bleibt fruchtbar, bis sie in die Menopause kommt. Doch selbst während ihrer zeugungsfähigen Jahre ist sie nicht an jedem Tag ihres Lebens fruchtbar, sondern nur dann, wenn die Eizelle sich auf dem Weg in die Gebärmutter befindet. Es gibt also jeden Monat nur ein kurzes Befruchtungs-Zeitfenster von einigen wenigen Tagen, an denen ungeschützter Sex überhaupt mit einem positiven Schwangerschaftstest enden könnte.



Spermium liebt Eizelle - so funktioniert die Befruchtung


Befruchtung findet stattSpermien sind außerhalb der Hoden im weiblichen Körper bis zu 72 Stunden lebensfähig. Natürlich gilt das nicht für jedes einzelne Spermium, ermöglicht aber den besonders starken Spermien, auf eine Eizelle zu warten. Diese reift kurz nach dem Ende der Menstruationsblutung im Eierstock heran und wird irgendwann in den Eileiter entlassen. Der Eisprung hat stattgefunden und erlaubt jetzt den Spermien, bis zur Eizelle vorzudringen. Solange sie sich noch im Eierstock befindet, kann nichts passieren. Jede Eizelle und jedes Spermium besitzt nur einen halben DNA-Satz von der Mutter und dem Vater, denn diese beiden halben Sätze fügen sich dann zu einem neuen, einzigartigen DNA-Satz zusammen - dem des Kindes, das Eigenschaften von beiden Elternteilen bekommt.

Die Spermien bahnen sich dazu ihren Weg zur Eizelle, denn im Gegensatz zu ihr können sie sich bewegen. Die Eizelle ist wesentlich größer und auch unbeweglich, sie wird vom Eileiter in die Gebärmutter bewegt. Die Spermien versuchen jetzt, durch die Zellmembran der Eizelle zu ihrem Zellkern vorzudringen. Das erste Spermium, das in sie eindringt, verschmilzt mit ihrem Zellkern und verändert gleichzeitig die Zellmembran, sodass keine weiteren Spermien mehr eindringen können. Jetzt ist die Eizelle befruchtet und wenn sie sich in die Schleimhaut der Gebärmutter einnistet, ist die Frau schwanger.


Was beeinflusst die Fruchtbarkeit?


Damit eine Schwangerschaft entstehen kann, muss eine befruchtete Eizelle zustande kommen. Für Paare, die sich ein Kind wünschen, ist es wichtig, die Fruchtbarkeit beider Partner so weit wie möglich zu steigern. Ein gesunder Erwachsener, der keine Vorerkrankungen hat, einen gesunden Lebensstil lebt und keine Medikamente einnimmt, sollte es kein Problem sein, schwanger zu werden. Allerdings ist das in unserer heutigen Zeit oft nicht der Fall.

Körperliche Probleme wie angeborene Fehlbildungen der äußeren und inneren Geschlechtsorgane oder hormonelle Ungleichgewichte können eine Schwangerschaft beinahe unmöglich machen. Der Genuss von Alkohol und Nikotin wirken sich ebenfalls nicht förderlich auf die Fruchtbarkeit aus, wenn sie regelmäßig konsumiert werden. Faktoren wie Stress, Übergewicht, ungesunde Ernährung oder auch Unsicherheit, ob es wirklich eine gute Idee ist, ein Kind zu bekommen, sind ebenfalls mächtige Faktoren, die eine Schwangerschaft erschweren können.


Woran erkennt eine Frau fruchtbare Tage?


Paare, die aktiv versuchen, schwanger zu werden, sollten vor allem an den fruchtbaren Tagen der Frau Geschlechtsverkehr haben. Voraussetzung ist trotz aller Bemühungen natürlich immer noch, dass beide auch wirklich Lust darauf haben, denn andernfalls vergeht ihnen sehr schnell der Spaß daran. Methoden zur Erkennung dieser Tage sind der Zykluskalender, ein Eisprungrechner, die tägliche Messung der Basaltemperatur oder die Beobachtung des Zervixschleims. In Kombination miteinander liefern diese Methoden der sogenannten natürlichen Familienplanung Hinweise darauf, an welchen Tagen des weiblichen Zyklus es überhaupt zur Befruchtung kommen kann.Schwangere Frau schaut Ultraschall Bilder an

Verhütungsmethoden sind das allerdings nicht, denn dafür sind sie zu ungenau und der weibliche Zyklus unterliegt zu vielen Schwankungen - es könnte trotzdem noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. In Verbindung mit einer Barrieremethode können diese Methoden aber durchaus angewendet werden, denn sie liefern interessante Erkenntnisse über den weiblichen Zyklus und erweisen sich spätestens dann als nützlich, wenn das Paar in Zukunft doch schwanger werden möchte.


Erste Anzeichen einer Befruchtung - kann man das bemerken?


Eine befruchtete Eizelle nistet sich still und leise in die Gebärmutterschleimhaut ein und macht in den ersten Tagen danach oft nicht auf sich aufmerksam. Im Körper der Frau passiert aber trotzdem schon vieles. Die befruchtete Eizelle hat einige eigene Reserven, doch diese werden sie nicht ewig am Leben halten können. Deswegen entwickelt sich jetzt aus der Schleimhaut der Gebärmutter ein Versorgungssystem, das die Eizelle über den Körper der Frau versorgt. Aus diesem System wird schon bald die Plazenta, die das ungeborene Kind 9 Monate lang mit allem versorgen wird, was es braucht. Spätestens jetzt kann die Frau die ersten Schwangerschaftsanzeichen verspüren. Diese sind bei jeder Frau anders und nicht alle Frauen bemerken so früh überhaupt, dass sie schwanger sind, aber bei einigen stellen sich die ersten Veränderungen schon spürbar ein.


Künstliche Befruchtung - welche Möglichkeiten gibt es?


Manche Paare können auf natürlichem Wege nicht schwanger werden. Wenn sie es ein Jahr lang erfolglos versucht haben, ist der Zeitpunkt gekommen, ab dem ein Fertilitätsmediziner ihnen helfen kann und wird. Bei verheirateten Paaren können die Kosten für reproduktive Medizin sogar teilweise von der Krankenkasse übernommen werden. Andernfalls zahlt man dafür selbst. Zunächst werden beide Partner körperlich untersucht, um festzustellen, wo der Arzt überhaupt ansetzen muss. Kann tatsächlich keine Befruchtung auf natürlichem Wege erfolgen, dann kommt es zu einer künstlichen Befruchtung.

Hierbei nimmt die Frau zunächst fruchtbarkeitsfördernde Hormone ein, die dafür sorgen, dass statt einer Eizelle gleich mehrere auf einmal heranreifen. Sind diese reif, werden sie in einem kleinen Eingriff entnommen. Dann werden sie außerhalb des Körpers mit den Spermien des Mannes befruchtet. Die befruchteten Eizellen werden der Frau anschließend entweder direkt wieder eingesetzt oder erst im Labor zu Föten weiterentwickelt. Dadurch sind sie bereits etwas robuster und können in diesem Zustand in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Meistens werden zwei bis drei Föten auf einmal eingesetzt, die sich dann aber nicht alle entwickeln. Es kann also ein Einzelkind zur Welt kommen, jedoch ist bei diesem Vorgehen die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft höher als beim natürlichen Weg. Vielen Paaren, die anders keine Kinder hätten bekommen können, ist auf diesem Wege bereits zu ihrem Wunschkind verholfen wurden. Oft muss aber gar keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, denn es gibt viele sanftere und mindestens genauso effiziente Möglichkeiten, schnell schwanger zu werden, die keinen Arzt notwendig machen.

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