Eisprungkalender

Der Eisprung ist ein wichtiger Zeitpunkt im weiblichen Zyklus, wenn ein Paar versucht, schwanger zu werden. Kurz vorher sowie kurz danach liegen die fruchtbaren Tage der Frau - dies sind die paar wenigen Tage im Monat, an denen sie überhaupt schwanger werden kann. Die natürliche Familienplanung und insbesondere der Eisprungkalender drehen sich deswegen rund um die Frage: Wann ist der Eisprung? Denn wenn er erkannt wird, kann gezielt an diesen Tagen versucht werden, schwanger zu werden, wenn beide Lust darauf haben. Doch wie funktioniert ein Eisprungkalender, wie wird er genutzt und welche Aussagekraft besitzt er wirklich?


Den Eisprung erkennen - warum ist das wichtig?


Eisprungkalender an der WandFrauen, die schwanger werden wollen, haben dafür nur einige wenige Tage im Monat Gelegenheit. Während Männer jeden Tag ihres Lebens ab dem ersten Samenerguss zeugungsfähig sind, ist das bei Frauen durch ihren Zyklus bedingt anders. Zunächst muss eine Eizelle heranreifen und in den Eileiter entlassen werden, von dort aus wandert sie in die Gebärmutter und kann sich einnisten, sofern sie befruchtet wird. Würde das fortlaufend passieren, wäre das für den Körper der Frau eine viel zu große Belastung.

Deswegen reift pro Zyklus meistens nur eine Eizelle, selten auch mehrere heran. Ein Zyklus dauert etwa 28 Tage, fällt bei manchen Frauen aber auch kürzer, länger oder unregelmäßig aus. Wenn die Frau weit vor dem Eisprung oder dann Geschlechtsverkehr hat, wenn die Eizelle bereits wieder abgestorben ist, kann nichts passieren. Versucht sie es dagegen an einem fruchtbaren Tag, könnte sie neun Monate später Mutter werden.


Wann findet der Eisprung statt?


Am einfachsten lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs am 28-Tage-Zyklus erklären. Maßgeblich ist der erste Tag der letzten Monatsblutung, unabhängig davon, wie lange die Blutung gedauert hat. Die Zykluslänge ergibt sich aus dem Zeitraum zwischen dem Einsetzen der letzten und der nächsten Monatsblutung.
Hatte eine Frau also am 1. Oktober ihre letzte Menstruation und setzt die nächste Blutung am 29. Oktober ein, hat sie einen 28-Tage-Zyklus. Der Eisprung liegt genau in der Zyklusmitte. Das wäre rein rechnerisch der 15. Oktober. Je länger oder kürzer der Zyklus der Frau dauert, desto weiter verschiebt sich auch der Eisprung.


Wie funktioniert ein Eisprungkalender?


Ein Eisprungkalender ist fast nichts anderes als ein Zykluskalender, den viele Frauen ohnehin führen, um ihre Menstruation zu dokumentieren. Sie können sogar ihren bisherigen Zykluskalender ganz einfach in einen Kalender zur Bestimmung ihrer Eisprünge umfunktionieren, denn durch ihre früheren Aufzeichnungen wissen sie, wie lang ihr Zyklus ist und ob dieser überhaupt regelmäßig ist.

Der Unterschied liegt darin, dass anhand der Länge des jeweiligen Zyklus zusätzlich ermittelt wird, wann die Eizelle wahrscheinlich springt. Entweder errechnet die Frau das selbst - oder sie nutzt stattdessen einen Eisprungrechner, in den sie ihre Zykluslänge und den Tag der letzten Regelblutung eingibt. Der Rechner nimmt ihr dann die Arbeit ab, die Mitte des Zyklus zu errechnen, und zeigt ihr gleichzeitig auch die fruchtbaren Tage rund um ihren Eisprung an.


Ab wann sollte der Kalender geführt werden?


Ein Kalender zur Erkennung der Eisprünge unterscheidet sich nur in einem Merkmal vom Zykluskalender, der die Menstruationsblutungen dokumentiert. Er beinhaltet nicht nur den ersten Tag und die Dauer der Regelblutungen, sondern zusätzlich die Zyklusmitte und damit den mutmaßlichen Tag des Eisprungs. Viele Frauen, die noch gar nicht schwanger werden wollen, nutzen ihren bereits bestehenden Zykluskalender, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Spätestens dann, wenn die Frau wirklich schwanger werden will, sollte sie ihren Zykluskalender um die fruchtbaren Tage und den Eisprung erweitern, denn dieses Wissen hilft ihr dabei, schnell schwanger zu werden.

Wenn sie bis jetzt keinen Zykluskalender geführt hat, sollte sie spätestens jetzt beginnen und wird mindestens einen Zyklus brauchen, um die Zyklusdauer zu bestimmen.
Andernfalls kann sie auch die fruchtbaren Tage gar nicht bestimmen. Es reicht bereits, sich die Tage der Regelblutung in einem Kalender aufzuschreiben. Wer digitaler unterwegs sein will, kann stattdessen auch mit einer App oder mit einem Fertilitätsmonitor arbeiten. Dies ist ein kleiner Computer, der neben der Errechnung des Eisprungs beispielsweise auch als Temperatur-Monitor dient und mit einem Thermometer zur Messung der Basaltemperatur verkauft wird. Dadurch kann er sicherer den tatsächlichen Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen.


Ist der Eisprungrechner bei unregelmäßigem Zyklus sinnvoll?


Eisprungrechner gehen davon aus, dass die Frau eine feste Zyklusdauer hat. Sie errechnen daraus auf den Tag genau den Eisprung. Das funktioniert so lange gut, bis eine Anwenderin einen unregelmäßigen Zyklus hat. Kleine Abweichungen von einem oder zwei Tagen machen nicht viel aus, denn der Eisprungrechner zeigt auch die fruchtbaren Tage rund um den Eisprung an. Selbst, wenn die Frau ihren Eisprung einen Tag zu früh oder zu spät gemeldet bekommt, kann es trotzdem sein, dass sie schwanger wird. Setzen die Regelblutungen aber mehr als nur ein, zwei Tage früher oder später als gedacht ein, kann das die Genauigkeit eines Kalenders schon negativ beeinflussen.

Frauen mit unregelmäßigem Zyklus sollten deswegen parallel zum Eisprungrechner noch andere Methoden der natürlichen Familienplanung hinzuziehen, denn das erhöht die Chancen, einen Eisprung rechtzeitig zu erkennen. Sinnvoll ist ein Eisprungrechner auch bei ihnen noch, denn dadurch bekommen sie eine grobe Vorstellung davon, wann die Eizelle reif sein könnte. Durch einen Ovulationstest, die Beobachtung des Zervixschleims oder die Messung der Basaltemperatur können sie zusätzliche Sicherheit gewinnen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, es zu versuchen.


Welche fruchtbaren Tage sollten genutzt werden?


Die fruchtbaren Tage der Frau beginnen ein bis zwei Tage vor dem Eisprung und halten bis etwa drei Tage danach an. Je näher am Eisprung das Paar einen Versuch startet, desto besser stehen die Chancen, dass diesen Monat die Regelblutung ausbleibt. Am besten wäre Sex etwa einen Tag vor dem Eisprung, denn dann kann sie gleich nach dem Sprung befruchtet werden und die Spermien müssen nicht allzu lange auf sie warten. Zudem wird dadurch der günstigste Zeitpunkt nicht verpasst.

Außerdem empfiehlt es sich, selbst während der fruchtbaren Tage gar nicht täglich, sondern lieber alle zwei Tage Sex zu haben. Andernfalls nimmt die Anzahl der Spermien in der Spermienflüssigkeit ab und das senkt wiederum die Chancen auf eine Befruchtung der Eizelle. Wenn es in diesem Zyklus nicht klappt, dann sieht es beim nächsten Mal bestimmt schon wieder viel besser aus.


Eignet sich der Eisprungkalender zur Verhütung?


Die Berechnung des Eisprungs gehört zu den Methoden der natürlichen Familienplanung. Diese sind dazu gedacht, einem Paar zu helfen, schnell und ohne medikamentöse Unterstützung schwanger zu werden. Sie sind allerdings zur Verhütung ungeeignet, auch wenn sie logisch betrachtet auch Aufschluss über die Tage geben, an denen eine Schwangerschaft nicht entstehen kann. Um sicher zu verhüten, sind diese Methoden alleine aber zu ungenau, denn der weibliche Zyklus ist empfindlich und beeinflussbar.

Stress kann schon ausreichen, damit die Eizelle einen Tag früher oder später als errechnet springt - wenn die Frau genau an diesem Tag ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie schwanger wird. Es gibt zwar Paare, die auf diese Weise verhüten und an den fruchtbaren Tagen der Frau beispielsweise Kondome benutzen, doch sie sollten sich bei dieser Form von Verhütung darüber klar sein, dass eine Schwangerschaft nicht sicher ausgeschlossen werden kann.

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