Der Kinderwunsch - ein Prozess mit eingebauter Wartezeit

Für viele Paare gehört ein Kind einfach zur Lebensplanung mit dazu. Oft haben auch Menschen, die ohne einen direkten Partner sind, den Wunsch ein Kind zu haben. Spätestens wenn aber die sogenannte biologische Uhr zu  ticken anfängt, kommt der Tag, an dem man sich nichts sehnlicher wünscht, manchmal sogar bei jenen, für die vorher ein Kind nie ein Thema war. Häufig klappt es dann aber leider mit der ersehnten Schwangerschaft nicht auf Anhieb, und die Gründe dafür können vielfältiger Natur sein.

Der Kinderwunsch ist doch einfach, oder nicht?

Dein KinderwunschEs klingt so einfach und natürlich: Mann und Frau haben Geschlechtsverkehr ohne empfängnisverhütende Mittel und die Frau wird schwanger. So weit so gut. Das passiert ja auch tatsächlich und oftmals ungewollt. Dennoch ist das Schwanger-Werden von ein paar eher komplexen Abläufen im weiblichen Körper abhängig. Während des Monatszyklus bildet der weibliche Körper zumeist eine reife Eizelle, die allerdings nach dem Eisprung nur für ca. 24 Stunden befruchtungsfähig ist. Die männlichen Samenzellen können im Körper der Frau jedoch bis zu 5 Tage überleben, d.h. auch beim ungeschützten Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung kann es zur Schwangerschaft kommen. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Außerdem kann es auch vorkommen, dass ein befruchtetes Ei sich aus irgendeinem Grund nicht einnistet und abstirbt, sodass es mit der Menstruation ausgeschieden wird.

Eine nicht unwichtige Rolle spielt dabei aber auch das Alter der Frau. Jede Frau trägt nur eine begrenzte Anzahl an Ei-Follikeln in sich. Wenn diese verbraucht sind, bildet der weibliche Körper keine neuen Eizellen mehr. Also fängt ab Mitte 30 die, eingangs schon erwähnte, biologische Uhr an zu ticken. Die Menstruation wird zunächst unregelmäßig und bleibt schließlich - meistens ab Ende 40 - ganz aus. Dann ist eine Frau in der Menopause und kann nicht mehr schwanger werden.

Wenn das Warten zur Zerreißprobe wird

Es ist aber auch möglich, dass insbesondere in Stress-Situationen, keine empfängnisbereite Eizelle heranreift, oder das Sperma aus verschiedenen Gründen nicht befruchtungsfähig ist. Deshalb ist eine gewisse Wartezeit durchaus als normal zu betrachten. Im Allgemeinen spricht man von ungefähr einem Jahr, wenn die beiden Zeugungswilligen gesund und in entsprechendem Alter sind. Es fängt eine Zeit zwischen Bangen und Hoffen an, die für viele Paare zur Zerreißprobe werden kann. Fruchtbarkeitsrechner und Temperatur-Tabellen werden zu Rate gezogen, um die fruchtbaren Tage exakt zu bestimmen. Doch die seelische Belastung führt nicht selten dazu, dass eine Partnerschaft daran zerbricht. Monat für Monat hofft man, dass es diesmal endlich geklappt hat. Zuversicht und Angst wechseln sich ab und dann - Enttäuschung und Trauer. Dieses Wechselbad der Gefühle durchleben viele Paare und nicht wenige sind diesen heftigen psychischen Auswirkungen nicht gewachsen. In einigen Fällen leidet auch das gemeinsame lustvolle Sexualempfinden darunter, nach einem gewissen Zeitplan funktionieren zu müssen. Deshalb kommt es auch nicht selten vor, dass Paare, nachdem sie alle Hoffnung bereits aufgegeben haben, unerwartet doch noch Eltern werden, weil der psychologische Stress weggefallen ist.

Der Gang zum Arzt

Wenn sich nach ungefähr 1 Jahr noch immer kein Nachwuchs angekündigt hat, sollten die Partner gemeinsam einen Arzt aufsuchen. Möglicherweise liegt bei einem oder beiden eine gesundheitliche Beeinträchtigung, wie z.B. Unfruchtbarkeit vor. Viele Fruchtbarkeitsprobleme können aber auch effektiv behandelt werden. In der Regel kommen hier Hormonpräparate zum Einsatz. Wichtig ist jedoch zu bedenken, dass die Krankenkassen solche Behandlungen meistens nicht bezahlen und ein Erfolg nicht garantiert werden kann. Natürlich kann man auch auf verschiedene andere Verfahren wie eine künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation), Insemination, Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ISCI) oder Samenspende zurückgreifen, geht dabei aber u.U. das Risiko ein, sich außerhalb der gesetzlichen Bestimmungen zu bewegen. Eizellspenden, Embryonenspenden und Leihmutterschaften sind in Deutschland grundsätzlich verboten. Eine eingehende fachgerechte Beratung ist hier also unabdingbar, auch und gerade bei einer eventuellen Auslandsbehandlung.

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